Zusammenarbeit zwischen der
BMMG, der Brasilieninitiative Nordestino e.V.
und der
Straßenkinder - Grundschule
Promoção Humana Santo Antônio in
Campina Grande / Brasilien


Die Schule in Campina Grande gibt es seit 1992 und schon bald nach ihrer Gründung begann Ende 1993 die Partnerschaft und Zusammenarbeit mit der Bischöflichen Montessori Gesamtschule über die Brasilieninitiative Nordestino e.V.. Besuche in verschiedenen Klassen der Montessorischule von Mitarbeitern der Brasilieninitiative, die Informationen über die Straßenkinderschule und die Situation der Familien in den Armenvierteln von Campina Grande brachten, ließen damals den Wunsch nach einer Partnerschaft zu den Kindern in Campina Grande aufkeimen. Die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen wird seitdem durch die Brasilieninitiative Nordestino e.V. in Form von Unterrichtsbesuchen, Infoständen bei Schulfeiern und weiteren schulischen Anlässen sowie durch Besuche aus Brasilien in der Montessori-Schule gehalten.
Bis heute (Sommer 2009) kamen 57.211,- € zusammen. Ein stolzer Betrag, für den sich die Kinder und ihre Betreuer in der PHSA immer wieder herzlich bedanken.



Straßenkinder Grundschule in Campina Grande Informationen von Norbert Riepe, 2. Vorsitzender der Brasilieninitiative Nordestino e.V.

Campina Grande ist im brasilianischen Bundesstaat Paraiba (PB) gelegen und hat über 326.000 Einwohner. Wer aufmerksam durch die Straßen der Stadt geht, trifft an vielen Stellen auf Kinder, die etwas verkaufen oder ihre Dienste anbieten wollen wie Schuhe putzen, Sachen transportieren, Autos bewachen oder die Scheiben der Autos säubern. Mit dem Verdienst aus diesen Tätigkeiten finanzieren sie ihr Leben auf der Straße, oder, wenn sie noch zu Hause wohnen, den Lebensunterhalt ihrer Familie.
Seitdem die Brasilieninitiative Nordestino e.V. besteht, unterstützt sie die Arbeit von Pater Fernando und seinen Mitarbeitern im "Straßenkinderhaus" in Campina Grande.
"Promocao Humana Santo Antonio" – Projekt für ein menschliches Leben: So heißt das Haus, in dem die Schule für Straßenkinder untergebracht ist. Die Kinder, die diese Schule besuchen, leben nicht "auf der Straße", sondern "von der Straße", d.h., sie leben noch in ihren Familien in einem der Armenviertel. Unterricht ist entweder vormittags oder Nachmittags in zwei Vorschulklassen und den "Grundschulklassen" 1 - 4, insgesamt 270 Kinder. Teilnehmen möchten wohl noch viel mehr Kinder, doch fehlen hierfür Platz und Lehrkräfte!
    Die Kinder bekommen hier im Gegensatz zu mancher "staatlichen" Schule einen sehr guten Unterricht, weil alle Lehrer eine qualifizierte Ausbildung haben - was nicht immer der Fall ist bei der schlechten Bezahlung - und weil sie sich sehr motiviert um die Schüler kümmern. Die Klassenräume sind kleiner als unsere in Deutschland und einfacher ausgestattet, dafür aber mit viel Liebe mit Bildern und Unterrichtsergebnissen geschmückt. Die meisten Kinder arbeiten aktiv mit. Sie wissen, wie wichtig das Lernen für ihre Zukunft ist!
Auf den ersten Blick habe ich nicht den Eindruck, daß die Kinder aus einem Armenviertel von Campina Grande stammen. Ihr aufgewecktes Wesen, das fast immer fröhliche und interessierte Verhalten, die schmucken Schuluniformen vermitteln das Bild von Kindern aus besseren Verhältnissen.
Das ändert sich, als mir später beim Gang durch die Stadt einige Schüler begegnen, die ich schon kenne und die eine andere "Uniform" an haben. Sie verkaufen Din-Din-Eis, Kaffee, Tee und Gebäck - alles ist mit Hilfe von freiwilligen Helfern im Straßenkinderhaus hergestellt worden. Die Kinder haben keine Zeit zum Flanieren oder zum Spielen: sie verdienen Geld für den Unterhalt ihrer Familien!
Die Arbeit auf der Straße ist eine wichtige und notwendige Ergänzung zu ihrer schulischen Ausbildung. Sie sind scheinbar nicht unzufrieden mit dieser Gelegenheit, eine Einnahmequelle zu haben. Doch wie es darinnen aussieht ...??
Andere Kinder nehmen in "unserem" Haus an kreativen Kursen teil und stellen kleine Dinge her, die auf dem Markt oder bei Bazaren verkauft werden, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Nebenbei lernen sie dabei verschiedene Werktechniken kennen, die sie auch später gut gebrauchen können, wenn sie nicht mehr in der Schule sind.
Übrigens..: ein "Geheimnis" für den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder ist auch die Tatsache, daß alle an jedem Schultag eine warme Mahlzeit bekommen - für viele Kinder die einzige am Tag!