Maria Montessori Maria Montessori
Teil des Schullogos
Die BMMG ist eine Montessori-Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

Wir sind davon überzeugt, dass sowohl das vom Lehrer angeleitete als auch das vom Schüler selbstständig gesteuerte Lernen notwendige und gelingende Unterrichtsformen sein können. Das setzt voraus, dass offene und geführte Lernformen (gemäß "Freiheit und Bindung" nach Maria Montessori) in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und dass wir dafür sorgen, dass möglichst alle Lernenden sich in ihrer je eigenen Weise aktiv mit den Lerngegenständen auseinandersetzen. Für eine von Christen gestaltete Schule stellt die Montessori-Pädagogik eine gute Möglichkeit dar, den Unterricht schülerorientiert zu profilieren, zumal diese Pädagogik in vielerlei Hinsicht mit dem Erziehungs-konzept einer katholischen Schule korreliert. Das gilt insbesondere für Maria Montessoris Anthropologie und ihr Prinzip der Kosmischen Erziehung. Sie orientieren sich in ihrer umfassenden ökologischen, kosmopolitischen, interkulturellen und sozialen Perspektive an dem Humanum, das alle Menschen verbindet. Für eine weiterführende Schule ist damit allerdings die Herausforderung verbunden, auf den Grundlagen einer im Wesentlichen für die Elementar- und Primarstufe ausgearbeiteten reformpädagogisch orientierten Pädagogik neue Wege zu gehen, die den Sensibilitäten des Jugendalters heute gerecht werden: Hierzu zählt insbesondere die Bereitstellung didaktisch-methodisch anders konzipierter Arbeitsformen in der freien Arbeit. Denn in der Adoleszenz treten planbewusstes Lernen, Bewältigung von Gemeinschaftsaufgaben, Arbeit in Gruppen, Durchführung von Projekten, Vortrag und Diskussion stärker in den Vordergrund; Übergänge von Arbeitsmitteln im strikten Sinne zu Arbeitsstrategien und zum studienmäßigen selbstständigen Lernen werden nötig. Bei den konkreten Konsequenzen, die wir aus Maria Montessoris Vorstellung einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" ziehen, lassen wir uns von ihrem Erziehungsziel, der Anwendung individueller Aktivität auf das soziale Leben, und von ihren Kernforderungen an eine "Jugendschule" leiten: In der Unter- und Mittelstufe wird ein Teil des Fachunterrichts durch freie Arbeit ersetzt: in den Klassen 5 und 6 acht, in den Klassen 7 und 8 sechs Stunden pro Woche. Bis zur Klasse 8 wird die freie Arbeit zur Vorbereitung auf die beiden folgenden Jahrgangsstufen zunehmend in projektorientiertes Arbeiten überführt.

In den Klassen 9 und 10 münden diese montessorispezifischen Unterrichtsstunden in einen sechsstündigen Projekttag pro Woche, um ohne curriculare Vorgaben von den Schülern frei gewählte oder fachgebundene Klassenprojekte arbeitsteilig in Gruppen zu bearbeiten. Die Schüler/innen des E-Profils (vgl. Kapitel 4) können in der 9. oder 10. Klasse, zum Teil auch im Rahmen des Projekttages, zusätzlich im Hinblick auf die Arbeitsweisen der gymnasialen Oberstufe eine schriftliche Arbeit zu einem selbst gewählten Thema anfertigen; ihre Zielsetzung, Methoden und Ergebnisse werden in einem (möglichst freien) Vortrag den Mitschülern und - wenn möglich - auch den Eltern präsentiert.

Sowohl die klassische freie Arbeit als auch der Projekttag werden von den Klassenlehrer/innen und in einigen Stunden zusätzlich von weiteren Kollegen, die nach Möglichkeit ebenfalls im Fachunterricht der jeweiligen Klasse unterrichten, begleitet. Da somit relativ viele Unterrichtsstunden in den Händen weniger Lehrkräfte liegen, so dass sie ihre Schüler/innen genau kennen, ist eine gezielte individuelle Förderung in verschiedenen Fachgebieten möglich - durch Üben und Wiederholen neben der selbstständigen Erarbeitung neuer Themen. Dieser Organisationsrahmen erleichtert es, auch Lernorte außerhalb der Schule aufzusuchen oder Fachleute von außen in eine Klasse einzuladen.

Der Öffnung der Schule nach außen dient zudem die Förderung von Englisch als Arbeitssprache. Bereits für Maria Montessori waren Sprachen Teil der Persönlichkeit selbst. Der zweistündige erweiterte Englischunterricht in den Klassen 5 und 6 bereitet den an Inhalten der Gesellschaftslehre orientierten bilingualen Unterricht vor: Politikunterricht in Klasse 7, ergänzender Erdkunde- und Geschichtsunterricht in Klasse 8 sowie stärker projektorientiertes Arbeiten in den Klassen 9 und 10 am Projekttag. Für interessierte Schüler/innen organisieren wir die Vorbereitung auf die vom Institut Francais jährlich durchgeführte Prüfung zur Erlangung des Sprachen-zertifikats DELF.

"Schlüssel zur Welt" (Maria Montessori) stellen außerdem Klassen- und Studien-fahrten, Schüleraustauschmaßnahmen mit zwei französischen Schulen, einer Schule in Israel und Begegnungsaufenthalte in Belgien und England dar. Ein europäisches Bewusstsein versuchen wir zudem über die Zusammenarbeit mit Schulen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu stärken; dies geschieht auf der Basis der modernen Informations- und Kommunikationstechnik und mit Unterstützung des eLearning-Programms der Europäischen Kommission im Rahmen des Projekttags. In zunehmender Zahl verbringen zudem Schüler/innen nach Abschluss der Klasse 10 ein halbes oder ein ganzes Schuljahr an einer Schule im europäischen oder außereuropäischen Ausland. Umgekehrt nehmen wir eine entsprechende Anzahl Jugendlicher aus dem Ausland als Gastschüler/innen bei uns auf. Seit 2009 ist die BMMG "Europaschule in NRW".

In unserer gymnasialen Oberstufe setzen wir Schwerpunkte mit Leistungskursen in den Fächern Deutsch, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Mathematik, Biologie, Chemie oder Physik sowie in den landesweit selten angebotenen Leistungs-kursfächern Kunst und Katholische Religionslehre (an dem auch Schüler/innen anderer Konfessionen teilnehmen können). Da an der BMMG keine feste Blockung der Leistungskurse vorgesehen ist, sind - unter Beachtung der Ausbildungsordnung - alle Kurse miteinander kombinierbar.

Durch ein ergänzendes Grundkursangebot, u.a. in Kunst, Musik, Evangelische Religionslehre, Literatur und Vokalpraktischer Kurs incl. Projektkurse, ergibt sich ein Schwerpunkt unserer Sekundarstufe II im musischen und religiösen Bereich. Literatur- und Vokalpraktischer Kurs arbeiten als Kern einer Theater-Arbeitsgemeinschaft auf öffentliche Aufführungen hin. Religionslehre muss von allen Schüler/innen mindestens bis Ende Klasse 12 belegt werden.

Arbeitsweisen zur Förderung ihrer Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit kommen vor allem in der für alle Schüler/innen verpflichtenden Intensivwoche (Jahrgang 11) zur Einübung oberstufengemäßen Arbeitens und in der Studienwoche (Jahrgang 12) zur Geltung. In ihr wird ein leistungskursbezogenes Thema vertieft und projektorientiert bearbeitet. Beide Veranstaltungen finden parallel zur jährlichen Kreativwoche für alle übrigen Schüler/innen statt, in der Lehrer/innen, Eltern und Kooperationspartner, z.B. Vereine oder Verbände, eine breite Palette kreativer Vorhaben zur selbstgestaltenden Arbeit anbieten.

Eigenständige und selbst organisierte wissenschaftspropädeutische Arbeit wird zudem in einer Facharbeit (Jahrgang 12) eingeübt, die eine Klausur im Halbjahr 12/II ersetzt. Die während der gymnasialen Oberstufe erlernten studienbezogenen Arbeitsweisen dienen der Vorbereitung der allgemeinen Studierfähigkeit. Im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung unterstützen wir die Jugendlichen bei der Wahrnehmung entsprechender Veranstaltungen der Hochschulen. Mit ihrer Aktion "Schüler helfen Schülern" lädt die Schülervertretung Oberstufenschüler/innen ein, sich in Freistunden an bestimmten Fördermaßnahmen unserer Schule für jüngere Schüler/innen oder bei der Hausaufgabenbetreuung nach Unterrichtsschluss zu beteiligen.

Im Zentrum aller montessorispezifischen Unterrichtsvorhaben steht die vorbereitete Umgebung, in den unteren Jahrgangsstufen vor allem die Klassenzimmer mit entsprechenden erworbenen oder selbst hergestellten Arbeitsmitteln; in den Klassen 9 und 10 ist die Projektarbeit selbst ein wesentlicher Teil der vorbereiteten Umgebung. Hierzu zählen auch die unterschiedlichen Arbeits- und Versamm-lungsräume im Schulgebäude (z. B. Bibliothek und Selbstlernzentrum, Werkstätten für die Arbeit mit Holz, Metall, Keramik und Textil, Schulküche, Informatikräume, der Raum der Stille oder das Forum, unsere zentrale Versammlungsstätte, und das Außengelände mit dem Schulgarten).

Unsere Schülerfirma "Montegardo", ein eigener Schulsanitätsdienst, das jeweils dreiwöchige Betriebspraktikum (Jahrgang 9) und Sozialpraktikum (Jahrgang 11), Exkursionen, eine jährliche Buchausstellung, Autorenlesungen, Kunstausstellungen, die Teilnahme an diversen Wettbewerben, Theater- und Musikaufführungen, Sport- und Fremdsprachen-Arbeitsgemeinschaften, das Montessori-Kunstforum (eine Seminarreihe für ältere Schüler/innen, Eltern und Gäste am Abend) und projektbezogene musikalische Ensemblearbeit erschließen weitere Lernorte innerhalb und außerhalb unserer Schule.

Eine Kooperation mit zwei ortsansässigen Unternehmen (Outokumpu Nirosta GmbH und Evonik Industries AG) ermöglicht uns und unseren Schüler/innen Einblicke in die Welt der Wirtschaft, der Güterproduktion sowie der technischen und kaufmännischen Berufsausbildung (Betriebserkundungen, Bewerbungstraining, Betriebspraktika für Schüler/innen und Lehrer/innen, gemeinsame Projekte mit Schüler/innen und Auszubildenden, Austausch zwischen Lehrer/innen und betrieblichen Ausbilder/innen).

Um solche montessorispezifischen Lernwege schüler- und sachgerecht arrangieren zu können, erwerben die Lehrer/innen unserer Schule zusätzlich zu den staatlichen Lehramtsprüfungen das "Montessori-Diplom" oder das Zertifikat "Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe". Außerdem werden wir ideell und finanziell vom Montessori-Verein Krefeld e.V. zur Förderung von Montessori-Kinderhäusern und Montessori-Schulen unterstützt.

Die durch freie Arbeit, Projekt- und Facharbeit in Verbindung mit dem Fachunterricht erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten gehen nicht selten über die in den staatlichen Richtlinien und Lehrplänen vorgegebenen Bildungsgehalte hinaus. Hierin liegt die besondere Chance für die Schüler/innen der BMMG.