Schulprogramm der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule Krefeld (BMMG) und
Arbeitsplan zur Weiterentwicklung


Beschlüsse der Lehrerkonferenz vom 03.08.2007, 26.05.2014 und 23.08.2016
Beschlüsse der Schulkonferenz vom 10.09.2007, 02.06.2014 und 26.09.2016
Genehmigungen des Schulträgers vom 29.10.2007, 18.06.2014 und 05.10.2016

Die besondere Aufgabe der katholischen Schule ist es, "einen Lebensraum zu schaffen, in dem der Geist der Freiheit und der Liebe des Evangeliums lebendig ist. Sie hilft dem jungen Menschen, seine Persönlichkeit zu entfalten und zugleich der neuen Schöpfung nach zu wachsen, die er durch die Taufe geworden ist."
(Gravissimum educationis. Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die christliche Erziehung, Nr. 8)

"Die besten Methoden sind diejenigen, die beim Schüler ein Maximum an Interesse hervorrufen, die ihm die Möglichkeit geben, allein zu arbeiten, selbst seine Erfahrungen zu machen, und die erlauben, die Studien mit dem praktischen Leben abzuwechseln."
(Maria Montessori, "Kosmische Erziehung", 154)

Dem weltkirchlichen "Leitbild der katholischen Schule" (Gravissimum educationis 9) verpflichtet, das in den nachkonziliaren Dokumenten der vatikanischen Kongregation für das katholische Bildungswesen entwickelt worden ist, und unter Beachtung der Vorgaben der Ortskirche (Bistum Aachen) für die BMMG gestalten wir - Lehrer/innen, Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Schulseelsorger und Mitarbeiter/innen - den Unterricht und in Zusammenarbeit mit den Eltern das Schulleben im Rahmen eines eigengeprägten Erziehungs- und Bildungskonzepts. Dabei ist uns bewusst, dass unsere pädagogische Arbeit auch die Anforderungen erfüllen muss, die heute allgemein an eine gute Schule zu stellen sind: Was wir tun und erreichen wollen

1. Die BMMG ist eine katholische Schule in freier Trägerschaft


Die Erziehungsgemeinschaft von Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen, Sozialpäda-goginnen und -pädagogen, Schulseelsorgern und Mitarbeiter/innen will den jungen Menschen helfen, ihre Begabungen und Fähigkeiten zu entfalten, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, im Vertrauen auf Gott ein Leben aus dem Glauben zu führen und sich in der Gesellschaft als Christen zu verhalten. In der Art, wie Lerninhalte unterrichtlich behandelt werden, und in der Weise, wie sich die Mitglieder der Schulgemeinschaft begegnen, soll die christliche Sicht der Welt und des Menschen erfahrbar werden. So kann unsere Schule zum Ort kirchlicher Präsenz in der Stadt Krefeld werden.

Deshalb bemühen wir uns, in unseren je eigenen Erziehungsstilen und persönlichen Lebensführungen glaubwürdige Beispiele zu geben, sowie im Unterricht Kultur und Glauben, moderne Lebensgestaltung und christliche Wertorientierung in Beziehung zu setzen. Eine wesentliche Voraussetzung für die angestrebte christliche Sicht der Welt und des Menschen besteht nämlich darin, dass zwischen Glaube und Kultur (Kunst, Literatur, Wissenschaften, im engeren Sinne die Unterrichtsinhalte) - bei allen Spannungen und Brüchen - kein grundsätzlicher Widerspruch gesehen wird.

Bei der gegenseitigen Durchdringung beider Sphären wird die Eigengesetzlichkeit der geschöpflichen Wirklichkeiten gewahrt, doch bleiben sie stets auf den Schöpfer bezogen. Die Wechselbeziehung zwischen kulturellen und religiösen Entwicklungen soll deutlich werden. Dieser Dialog regt die Schüler/innen zu einer persönlichen Synthese von Kultur und Glaube, von Glaube und Leben an. Dass eine solche Synthese für möglich und erstrebenswert erachtet wird, macht das Besondere der BMMG als katholische Schule aus.

Wenn wir junge Menschen zum Staunen angesichts naturwissenschaftlicher Phänomene bringen, zum ersten und wichtigsten Schritt jeder Erkenntnis, wenn wir sie zum Aufdecken weltanschaulicher Implikationen in wissenschaftlichen Aussagen befähigen, wenn wir die ethischen Implikationen moderner Technologien aufdecken, wenn wir auf die religiöse Dimension in Literatur und Kunst achten und die christliche Deutung menschlicher Geschichtlichkeit und Sozialität im Unterricht berücksichtigen, dann soll stets deutlich werden, dass Einzelphänomene und Lerngegenstände erst in einem größeren Zusammenhang ihre Bedeutung und bildende Kraft gewinnen.

Unter Bildung verstehen wir daher ein möglichst ganzheitliches vielseitiges Verständnis der Wirklichkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Bildung ist offen für Transzendentes und bezieht die christliche Dimension bewusst mit ein; sie passt sich nicht technologischen und ökonomischen Bedürfnissen oder gesellschaftlich gängigen Plausibilitäten an. Sofern mit Bildungsstandards und Kompetenzen Beschreibungen von operationalisierbaren Leistungsstandards im Sinne fachbezogener und methodischer Erwartungen gemeint sind, helfen sie bei der Klärung vergleichbarer schulbezogener Leistungserwartungen, altersbezogener Stufungen und abgangsbezogener Qualifikationen.

Die umfassende Bildungsaufgabe unserer Schule wird allerdings von solchen Standards nicht vollständig erfasst. Die BMMG erfüllt zwar die in Bildungsstandards ausgewiesenen Leistungsanforderungen, doch befördert sie die Leistungsfähigkeit ihrer Schüler/innen in hohem Maße auf nicht standardisierten, aber dennoch bildungsgerechten Wegen. Auf ihnen sprechen wir möglichst alle Bereiche der menschlichen Person an, Empfinden mit Intellekt, Willenskraft mit Phantasie, Körper mit Sinnen, um die kognitiven und emotionalen, die motorischen und pragmatischen mit den sozialen Dimensionen zu verbinden und damit nicht nur Wissen und Fertigkeiten, sondern auch Werte und Haltungen zu vermitteln.

Für die religiöse Erziehung und Bildung besonders relevante Erfahrungsräume eröffnet an unserer Schule die Schulpastoral: Rituale (z.B. Morgenrunde) , Gebet und Stille, konfessionelle und ökumenische Gottesdienste im Schulalltag wie Schulgemeindegottesdienste zu besonderen Anlässen, Besinnungstage (in den Jahrgangsstufen 9 und 12) und religiöse Projekttage, Beratungsangebote, Eine-Welt-Arbeitskreis, Feiern und Feste bahnen Erfahrungen mit Religion, Glaube und Kirche an. Sie erschließen kirchliche Praxis und Grundmuster christlicher Lebensdeutung und -gestaltung. Dabei erleben katholische, evangelische, orthodoxe und altkatholische Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern sowohl die Trennung als auch die Suche nach der kirchlichen Einheit.

Darüber hinaus fördert die Schulpastoral in enger Zusammenarbeit mit der kirchlichen Jugendarbeit in Krefeld den Dialog zwischen Gesellschaft und Kirche und macht diesen Austausch in Gestaltungsformen von Jugend- und Schulkultur erlebbar. Partnerschaftlicher Dialog und Zeugnis der Hoffnung bilden nach der Rahmenordnung kirchlicher Jugendarbeit im Bistum Aachen vom 10.11.1998, der Rahmenordnung Schulpastoral im Bistum Aachen vom 01.06.2013 und der Richtlinie für den Einsatz von pastoralem Personal des Bistums Aachen als Schulseelsorger/-innen an weiterführenden Schulen vom 01.11.2015 gleichermaßen die Grundpfeiler der Schulpastoral wie der Kirchlichen Jugendarbeit.

Um die Ziele einer katholischen Schule zu verwirklichen, sind wir auf die Unterstützung durch die Eltern angewiesen. Im Schulvertrag mit dem Bistum Aachen verpflichten sie sich nach Kräften dazu beizutragen. Wir unterstützen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern unsererseits durch individuelle und gemeinschaftliche Beratungsangebote sowie durch Feiern im Jahreskreis. Viele Erziehungsberechtigte beteiligen sich überdurchschnittlich stark am Schulleben und gestalten es aktiv mit, z.B. in der Schulbibliothek, im "Monte-Bistro", bei der nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung in Abstimmung mit Klassen- und Fachlehrer/innen, bei den Theateraufführungen, den musikalischen Darbietungen, bei der Karnevalsfeier oder in den Arbeitsgemeinschaften.

Der Gelderlös der jährlichen caritativen Aktionen der Schulgemeinschaft (z.B. des Adventsbasars), die ohne das breite Engagement unserer Elternschaft nicht durchführbar wären, geht zur Hälfte an ein Kinderpatenschaftsprojekt in Brasilien und zur Hälfte an den schuleigenen Sozialfonds. Aus ihm unterstützen wir die (zunehmende Zahl von) Eltern, die in finanzielle Nöte geraten sind, bei der Begleichung von Kosten im Zusammenhang mit der Schulbildung ihrer Kinder (z.B. für Klassenfahrten).

Wir streben eine gute, aber keine perfekte Schule an. Mut zum Unvollkommenen, das Zurückbleiben hinter selbst gesteckten Erwartungen, selbst das Scheitern mancher Bemühungen sind Bestandteil unserer schulischen Arbeit an Lebensdeutungen aus dem Glauben.

Weiterführung 2. Unterricht und Unterrichtsentwicklung

Wenn "Christus uns zur Freiheit befreit hat" und wir "zur Freiheit berufen" sind (Gal 5,1.13), dann benötigt nicht nur das außerunterrichtliche Schulleben, sondern auch der Unterricht als Kern des schulischen Lebens Formen, in denen Freiheit ermöglicht, erprobbar, erlernbar und erfahrbar wird. Dazu streben wir eine Mischung der Grundformen individualisierter Unterricht, offener Unterricht und direkte Instruktion an.

Wir sind davon überzeugt, dass sowohl das von Schüler/innen selbstständig gesteuerte als auch das von Lehrer/innen geführte - und nicht nur beratende - Lernen notwendige und gelingende Unterrichtsformen sein können. Auf letzteres sind insbesondere leistungsschwächere Kinder und Jugendliche sowie Schüler/innen mit Behinderungen angewiesen. Das setzt voraus, dass diese Unterrichtsform (gemäß "Freiheit und Bindung" nach Maria Montessori) in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und dass wir dafür sorgen, dass möglichst alle Lernenden sich in ihrer je eigenen Weise aktiv mit dem Zentrum des Unterrichts, dem Thema, auseinandersetzen und dabei ihre Lern- und Leistungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Dabei gilt neben den eigenständigen Lernformen den kooperativen Unterrichts-formen unsere besondere Aufmerksamkeit. Eine Überbetonung der Individuali-sierung im Unterricht zu Lasten sozialer und kommunikativer Fähigkeiten wäre mit dem Menschenbild einer katholischen Schule nicht vereinbar.

Bei der Unterrichtsentwicklung orientieren wir uns an den entsprechenden Kapiteln der "Qualitätskriterien für Katholische Schulen" (hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2009 - Die deutschen Bischöfe Nr. 90) und des "Referenzrahmens Schulqualität NRW" (hg. vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2015 - Schule in NRW Nr. 9051). Dabei lassen wir uns zum einen von dem Interesse leiten, durch das Lernen in Kontexten die Zusammenhänge zwischen den Lerngegenständen, die daran zu erwerbenden Fähigkeiten sowie den Einsatz für die Gemeinschaft erfahrbar werden zu lassen und damit Raum zu geben für die Frage nach dem Sinn des eigenen Handelns. Zum anderen achten wir darauf, dass Werthaltungen und Wertur-teilsbildungen sowie ethische und religiöse Fragestellungen in allen Unterrichts-fächern angemessen zur Geltung kommen.

Die Ziele der Unterrichtsentwicklung bestehen in der Verbesserung der Lernbedingungen, der Erhöhung des Lernerfolgs und der Selbstwirksamkeit des Lernens, eines von Schüler/innen und Lehrer/innen positiv empfunden Unterrichtsklimas und in der Verbindung dieser Entwicklung mit Freude für möglichst alle Beteiligten.

Weiterführung
  • Bei unseren pädagogischen Arbeitstagen, Fachkonferenzen und anderen allgemein- oder fachdidaktisch ausgerichteten Arbeitstreffen zu wechselnden pädagogischen und fachdidaktischen Themen reservieren wir genügend Zeit dafür zu überlegen, wie wir unseren Unterricht so gestalten können, dass wir das Lernen der Schüler/innen tiefer verstehen und diejenigen noch besser fördern können, deren Lernstrategien und Selbstorganisation ausbaufähig sind.
  • In fachbezogenen Arbeitsgruppen erörtern wir, verstärkt unter fach-wissenschaftlicher Expertise, Schüleraufgaben als Bestandteile von gut geplantem Unterricht, als Bausteine für die Überprüfung von Lernfortschritten und als Mittel für die Beurteilung von Schülerleistungen.
  • Um unser Repertoire an Unterrichtsmethoden zu prüfen und zu aktualisieren, nutzen wir die Kooperation mit dem Zentrum für schulpraktische Lehreraus-bildung Krefeld bei Hospitationen von Lehramtsanwärter/innen und schul-internen Fortbildungsmaßnahmen.
  • Wir ermuntern uns - im Rahmen des im Stundenplan Möglichen - zu gegenseitigen Unterrichtsbesuchen.
3. Die BMMG ist eine Montessori-Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

Für eine von Christen gestaltete Schule stellt die Montessori-Pädagogik eine gute Möglichkeit dar, den Unterricht schülerorientiert zu profilieren, zumal diese Pädagogik in vielerlei Hinsicht mit dem Erziehungskonzept einer katholischen Schule korreliert. Das gilt insbesondere für Maria Montessoris Anthropologie und ihr Prinzip der Kosmischen Erziehung. Sie orientieren sich in ihrer umfassenden ökologischen, kosmopolitischen, interkulturellen und sozialen Perspektive an dem Humanum, das alle Menschen verbindet.

Für eine weiterführende Schule ist damit allerdings die Herausforderung verbunden, auf den Grundlagen einer im Wesentlichen für die Elementar- und Primarstufe ausgearbeiteten reformpädagogisch orientierten Pädagogik neue Wege zu gehen, die den Sensibilitäten des Jugendalters heute gerecht werden:
  • Selbstständiges und selbst organisiertes Lernen durch Eigenmotivation in einer vorbereiteten Umgebung
  • Kooperatives Arbeiten im Schüler/innenteam
  • Gelegenheit zur längeren Konzentration auf ein Thema
  • Freie Wahl der Arbeit, zugleich ein wichtiges Differenzierungs- und Individualisierungsinstrument
  • Vermittlung von Primärerfahrungen
  • Freiheit durch selbstbestimmtes Lernen und Freiheit durch Ordnung
  • Nachhaltige Lernprozesse und Lernergebnisse durch das Herstellen von Beziehungen zwischen den Lerngegenständen
Hierzu zählt insbesondere die Bereitstellung didaktisch-methodisch anders konzipierter Arbeitsformen in der freien Arbeit. Denn in der Adoleszenz treten planbewusstes Lernen, Bewältigung von Gemeinschaftsaufgaben, Arbeit in Gruppen, Durchführung von Projekten, Vortrag und Diskussion stärker in den Vordergrund; Übergänge von Arbeitsmitteln im strikten Sinne zu Arbeitsstrategien und zum studienmäßigen selbstständigen Lernen werden nötig. Bei den konkreten Konsequenzen, die wir aus Maria Montessoris Vorstellung einer "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" ziehen, lassen wir uns von ihrem Erziehungsziel, der Anwendung individueller Aktivität auf das soziale Leben, und von ihren Kernforderungen an eine "Jugendschule" leiten:
  • Einbindung des außerschulischen Lebens
  • Gelegenheit zu sozialen Erfahrungen und sozialer Arbeit
  • Berufsorientierung
  • Intellektuelle Studien
  • Erfahrbarkeit von Freiheit und Verantwortung
In der Unter- und Mittelstufe wird ein Teil des Fachunterrichts durch freie Arbeit ersetzt: in den Klassen 5 und 6 acht, in den Klassen 7 und 8 sechs Stunden pro Woche. Bis zur Klasse 8 wird die freie Arbeit zur Vorbereitung auf die beiden folgenden Jahrgangsstufen zunehmend in projektorientiertes Arbeiten überführt.

In den Klassen 9 und 10 münden diese montessorispezifischen Unterrichtsstunden in einen sechsstündigen Projekttag pro Woche, um ohne curriculare Vorgaben von den Schüler/innen frei gewählte oder fachgebundene Klassenprojekte arbeitsteilig in Gruppen zu bearbeiten. Die Schüler/innen des E-Profils (vgl. Kapitel 5) können in der 9. oder 10. Klasse, zum Teil auch im Rahmen des Projekttages, zusätzlich im Hinblick auf die Arbeitsweisen der gymnasialen Oberstufe eine schriftliche Arbeit zu einem selbst gewählten Thema anfertigen; ihre Zielsetzung, Methoden und Ergebnisse werden in einem (möglichst freien) Vortrag den Mitschüler/innen und - wenn möglich - auch den Eltern präsentiert.

Sowohl die klassische freie Arbeit als auch der Projekttag werden von den Klassenlehrer/innen und in einigen Stunden zusätzlich von weiteren Kolleginnen und Kollegen, die nach Möglichkeit ebenfalls im Fachunterricht der jeweiligen Klasse unterrichten, begleitet. Da somit relativ viele Unterrichtsstunden in den Händen weniger Lehrkräfte liegen, so dass sie ihre Schüler/innen genau kennen, ist eine gezielte individuelle Förderung in verschiedenen Fachgebieten möglich - durch Üben und Wiederholen neben der selbstständigen Erarbeitung neuer Themen. Dieser Organisationsrahmen erleichtert es, auch Lernorte außerhalb der Schule aufzusuchen oder Fachleute von außen in eine Klasse einzuladen.

Der Öffnung der Schule nach außen dient zudem die Förderung von Englisch als Arbeitssprache. Bereits für Maria Montessori waren Sprachen Teil der Persönlichkeit selbst. Der zweistündige erweiterte Englischunterricht in den Klassen 5 und 6 bereitet den an Inhalten der Gesellschaftslehre orientierten bilingualen Unterricht vor: Politikunterricht in Klasse 7, ergänzender Erdkunde- und Geschichtsunterricht in Klasse 8 sowie stärker projektorientiertes Arbeiten in den Klassen 9 und 10 am Projekttag. Interessierte Schüler/innen bereiten wir auf die vom Institut Francais jährlich durchgeführte Prüfung zur Erlangung des Sprachenzertifikats DELF vor.

"Schlüssel zur Welt" (Maria Montessori) stellen außerdem Klassen- und Studien-fahrten, Schüleraustauschmaßnahmen mit zwei französischen Schulen, einer Schule in Israel und Begegnungsaufenthalte in Belgien und England dar. Ein europäisches Bewusstsein versuchen wir zudem über die Zusammenarbeit mit Schulen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu stärken; dies geschieht auf der Basis der modernen Informations- und Kommunikationstechnik und mit Unterstützung des eLearning-Programms der Europäischen Kommission im Rahmen des Projekttags. In zunehmender Zahl verbringen zudem Schüler/innen nach Abschluss der Klasse 10 ein halbes oder ein ganzes Schuljahr an einer Schule im europäischen oder außereuropäischen Ausland. Umgekehrt nehmen wir eine entsprechende Anzahl Jugendlicher aus dem Ausland als Gastschüler/innen bei uns auf. Seit 2009 ist die BMMG "Europaschule in NRW".

In unserer gymnasialen Oberstufe setzen wir Schwerpunkte mit Leistungskursen in den Fächern Deutsch, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Sozialwissenschaften, Mathematik, Biologie, Chemie oder Physik sowie in dem landesweit selten angebotenen Leistungskursfach Katholische Religionslehre (an dem auch Schüler/innen anderer Konfessionen teilnehmen können). Da an der BMMG keine feste Blockung der Leistungskurse vorgesehen ist, sind - unter Beachtung der Ausbildungsordnung - alle Kurse miteinander kombinierbar.

Durch ein ergänzendes Grundkursangebot, u.a. in Kunst, Musik, Evangelische Religionslehre, Literatur und Vokalpraktischer Kurs incl. Projektkurse, ergibt sich ein Schwerpunkt unserer Sekundarstufe II im musischen und religiösen Bereich. Literatur- und Vokalpraktischer Kurs arbeiten als Kern einer Theater-Arbeitsgemeinschaft auf öffentliche Aufführungen hin. Religionslehre muss von allen Schüler/innen mindestens bis Ende Klasse 12 belegt werden.

Arbeitsweisen zur Förderung ihrer Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit kommen vor allem in der für alle Schüler/innen verpflichtenden Intensivwoche (Jahrgang 11) zur Einübung oberstufengemäßen Arbeitens und in der Studienwoche (Jahrgang 12) zur Geltung. In ihr wird ein leistungskursbezogenes Thema vertieft und projektorientiert bearbeitet. Beide Veranstaltungen finden parallel zur jährlichen Kreativwoche für alle übrigen Schüler/innen statt, in der Lehrer/innen, Eltern und Kooperationspartner, z.B. Vereine oder Verbände, eine breite Palette kreativer Vorhaben zur selbstgestaltenden Arbeit anbieten.

Eigenständige und selbst organisierte wissenschaftspropädeutische Arbeit wird zudem in einer Facharbeit (Jahrgang 12) eingeübt, die eine Klausur im Halbjahr 12/II ersetzt. Die während der gymnasialen Oberstufe erlernten studienbezogenen Arbeitsweisen dienen der Vorbereitung der allgemeinen Studierfähigkeit. Im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung unterstützen wir die Jugendlichen bei der Wahrnehmung entsprechender Veranstaltungen der Hochschulen. Mit ihrer Aktion "Schüler helfen Schülern" lädt die Schülervertretung Oberstufenschüler/innen ein, sich in Freistunden an bestimmten Fördermaßnahmen unserer Schule für jüngere Schüler/innen oder bei der Hausaufgabenbetreuung nach Unterrichtsschluss zu beteiligen.

Im Zentrum aller montessorispezifischen Unterrichtsvorhaben steht die vorbereitete Umgebung, in den unteren Jahrgangsstufen vor allem die Klassenzimmer mit entsprechenden erworbenen oder selbst hergestellten Arbeitsmitteln; in den Klassen 9 und 10 ist die Projektarbeit selbst ein wesentlicher Teil der vorbereiteten Umgebung. Hierzu zählen auch die unterschiedlichen Arbeits- und Versamm-lungsräume im Schulgebäude (z. B. Bibliothek und Selbstlernzentrum, Werkstätten für die Arbeit mit Holz, Metall, Keramik und Textil, Schulküche, Informatikräume, der Raum der Stille oder das Forum, unsere zentrale Versammlungsstätte, und das Außengelände mit dem Schulgarten).

Unsere Schülerfirma "Montegardo", ein eigener Schulsanitätsdienst, das jeweils dreiwöchige Betriebspraktikum (Jahrgang 9) und Sozialpraktikum (Jahrgang 11), Exkursionen, die jährlich stattfindenden Buchausstellungen, Vorlesewettbewerbe und Schulsportfeste, Autorenlesungen, Kunstausstellungen, die Teilnahme an diversen Wettbewerben, Theater- und Musikaufführungen, Sport- und Fremdsprachen-Arbeitsgemeinschaften, das Montessori-Kunstforum (eine Seminarreihe für ältere Schüler/innen, Eltern und Gäste am Abend) und projektbezogene musikalische Ensemblearbeit erschließen weitere Lernorte innerhalb und außerhalb unserer Schule.

Eine Kooperation mit drei ortsansässigen Unternehmen (Outokumpu Nirosta GmbH, Evonik Industries AG und Heilpädagogisches Zentrum Krefeld gGmbH) ermöglicht uns und unseren Schüler/innen Einblicke in die Welt der Wirtschaft, der Güterproduktion sowie der technischen und kaufmännischen Berufsausbildung (Betriebserkundungen, Bewerbungstraining, Betriebspraktika für Schüler/innen und Lehrer/innen, gemeinsame Projekte mit Schüler/innen und Auszubildenden, Austausch zwischen Lehrer/innen und betrieblichen Ausbilder/innen).

Um solche montessorispezifischen Lernwege schüler- und sachgerecht arrangieren zu können, erwerben die Lehrer/innen unserer Schule zusätzlich zu den staatlichen Lehramtsprüfungen das "Montessori-Diplom" oder das Zertifikat "Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe". Außerdem werden wir ideell und finanziell vom Montessori-Verein Krefeld e.V. zur Förderung von Montessori-Kinderhäusern und Montessori-Schulen unterstützt.

Die durch freie Arbeit, Projekt- und Facharbeit in Verbindung mit dem Fachunterricht erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten gehen nicht selten über die in den staatlichen Richtlinien und Lehrplänen vorgegebenen Bildungsgehalte hinaus. Hierin liegt die besondere Chance für die Schüler/innen der BMMG.

Weiterführung
  • Jeder von uns aktualisiert das den Fachunterricht betreffende Wissen in eigener Verantwortung, während wir uns über individuelle Förderung und Begabungsförderung im Rahmen der Montessoripädagogik gemeinsam am jährlichen Pädagogischen Arbeitstag fortbilden. Dabei ist zu prüfen, inwieweit auch eine veränderte geschlechtsspezifische Förderung im Hinblick auf Jungen notwendig ist.
  • Wir bemühen uns weiterhin bei der Pflege und Gestaltung der vorbereiteten Umgebung darum, den berechtigten Ansprüchen der Unterrichtsfächer an die freie Arbeit und den Projekttag gerecht zu werden.
  • Wir fördern und ermuntern die Schüler/innen der Klassen 9 und 10, ihre Projekttagsergebnisse der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. Dadurch verbindet sich eine höhere Wertschätzung der Schülerarbeiten mit der Aufgabe, entsprechende Präsentationsformen zu entwickeln und zu erproben.
  • Wir prüfen, wie die Kursräume der gymnasialen Oberstufe ansprechender gestaltet werden können.
  • Wir unterstützen durch unsere Mitwirkung den von der BMMG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lehrerfortbildung Mühlheim verantworteten Zertifikatskurs "Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe", um auch anderen Schulen Anregungen für montessorispezifische Lernformen zu geben.
  • Wir gestalten die BMMG als "Europaschule in NRW" im Unterricht und durch außerunterrichtliche Veranstaltungen weiter aus.
4. In der BMMG lernen körperbehinderte, hörbehinderte und nicht behinderte Schüler/innen gemeinsam

Durch das zielgleiche Lernen behinderter Kinder und Jugendlicher (ca. 9% unserer gesamten Schülerschaft) können die Schüler/innen mit entsprechender sonder-pädagogischer Förderung unter Berücksichtigung des gesetzlich zugestandenen Nachteilsausgleichs einen Gesamtschulabschluss erreichen. Dieses gemeinsame Lernen ist ein besonderer Hinweis auf die unverlierbare Würde jedes Menschen. Zugleich ist es Ausdruck der Forderung Maria Montessoris an eine weiterführende Schule, "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" zu sein. Behinderte und nicht Behinderte sollen soziales Verhalten in alltäglichen "Situationen von höchst verpflichtendem Charakter" erfahren und darin lernen, unbehindert miteinander zu leben. Dieses gemeinsame Leben und Lernen mit seinen impliziten Aufforderungen zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft sowie zur Auseinander-setzung mit Tod und Sterben prägen nachhaltig die Kultur unserer Schule.

Da der größere Teil unserer Förderschüler/innen bereits die benachbarte Bischöfliche Maria-Montessori-Grundschule besucht hat, ist eine langfristige stabile, förderdiagnostische Betreuung möglich. Dazu trägt in erster Linie die Beratung der Lehrer/innen und Eltern durch das Team der Sonder- und Sozialpädagogen bei. Es behält die Entwicklung der behinderten Jugendlichen (bereits ab dem 4. Schuljahr) genau im Blick und ist an allen Fördermaßnahmen beteiligt: im Fachunterricht oder während der freien Arbeit bzw. am Projekttag innerhalb der Klassengemeinschaft, in Form von Ausgleichsunterricht in Kleingruppen, Konzentrationstraining oder im Bedarfsfall, z.B. nach einer längeren Krankheitszeit, als Einzelunterricht. Entsprechende bauliche Bedingungen und technische Hilfsmittel erleichtern diese Förderung.

Darüber hinaus stehen junge Frauen und Männer im Freiwilligen Sozialen Jahr und Bundesfreiwilligendienst den Schüler/innen als Helfer/innen bei der Organisation des Unterrichts und des Schulalltags, bei den pflegerischen Anforderungen und den Hausaufgaben zur Seite. Weitere individuelle Angebote von Rehasport über das Training an speziellen Lernhilfen bis hin zur eigenen Schülervertretung der behinderten Jugendlichen kommen hinzu.

Da zudem für ein erfolgreiches Miteinander soziale Kontakte über den Unterricht hinaus von entscheidender Bedeutung sind, werden an unserer Schule behinderte und nicht behinderte Schüler/innen auch im Freizeitbereich zusammengeführt, z.B. im Basketballteam der "Basketbears". In Kooperation mit einem Krefelder Segelclub und mit großer Unterstützung der Elternschaft werden in der Segel-Arbeitsgemeinschaft unter handwerklichen, sportlichen, ökologischen und touristischen Aspekten durch Behinderungen gegebene Grenzen, wenn möglich, kreativ überwunden.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Berufsbildungswerken erfolgt eine spezielle Beratung der behinderten Jugendlichen und ihrer Eltern mit Blick auf eine Berufsausbildung und eine weitere Schullaufbahn. Behinderte Jugendliche, die unsere Schule bis zum Abitur besuchen, erhalten eine entsprechende Studien- und Hochschulstandortberatung. Die Eltern- und Schülersprecher/innen der körper- und hörbehinderten Schüler/innen und ihre Vertreter/innen nehmen mit beratender Stimme an den Sitzungen der Schulkonferenz und der Schulpflegschaft teil.

Weiterführung
  • Wir stellen uns bei unseren regelmäßigen kollegiumsinternen Fortbildungen zum gemeinsamen Lehren und Lernen den sich immer mehr ausdifferenzierenden Formen von Behinderungen und Einschränkungen.
  • Wir suchen nach Wegen, unseren Unterricht und unsere Fördermaßnahmen auch im kollegialen Austausch stärker zu reflektieren.
5. Die BMMG ist eine Gesamtschule "eigener Art"

Weil unsere Schule Teil eines kirchlichen Montessori-Zentrums ist, neben einem Kinderhaus und einer Grundschule, soll grundsätzlich den Kindern der eigenen Grundschule die Möglichkeit eröffnet werden, auch weiterhin eine katholische Montessorischule zu besuchen. Unsere Schülerschaft zeichnet sich daher durch eine hohe Heterogenität hinsichtlich Begabung, Leistungsfähigkeit, Lerntempo, Interessen und sozialer Herkunft aus. Deshalb wurde für die Sekundarstufe die Form einer vierzügigen integrierten und differenzierten Gesamtschule in Halbtagsform mit weniger als 1.000 Schüler/innen gewählt. Als staatlich genehmigte Ersatzschule verleiht die BMMG die gleichen Abschlüsse wie die öffentlichen Gesamtschulen. Nach dem Gründungserlass des Schulministeriums sind wir eine Gesamtschule "eigener Art".

Jedes Jahr werden 120 Kinder, die mehrheitlich aus der eigenen Grundschule kommen, in das fünfte Schuljahr aufgenommen. In Klasse 5 lernen sie alle in sämtlichen Fächern zusammen. Englisch ist die gemeinsame erste Fremdsprache. Individuelle, selbständige Arbeitstechniken werden binnendifferenziert in allen Fächern und während der freien Arbeit erworben. Darüber hinaus wird nach Möglichkeit in Deutsch, Englisch und Mathematik Ausgleichsunterricht angeboten. In der 6. Klasse wird der Fächerkanon durch den Wahlpflichtbereich (Latein, Französisch, Naturwissenschaften, GTW: Gestalten-Technik-Wissen) ergänzt. Dabei vermittelt das aus dem klassischen Fach Arbeitslehre entstandene Fach GTW auf ganzheitliche und handlungsorientierte Weise Fertigkeiten in informations-technischen, ästhetischen, technischen und lebenspraktischen Bereichen.

Ab Klasse 7 wird den Begabungen und Leistungen der Kinder gemäß eine äußere Differenzierung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik und ab Klasse 9 in Chemie vorgenommen (Grund- und Erweiterungskurse mit wechselseitiger Durchlässigkeit). In der 8. Klasse (und wiederum in der Jahrgangsstufe 11) wird Französisch als neu einsetzende zweite bzw. dritte Fremdsprache nochmals angeboten. Außerdem bildet im Sinne einer reformpädagogisch orientierten Förderung das Handwerk in diesem Jahrgang einen wichtigen Schwerpunkt. In den Werkstätten der BMMG erwerben alle Schüler/innen Grundkenntnisse im Umgang mit diversen Werkstoffen (Holz, Keramik, Metall, Textil). Und zur Förderung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können sie ihr im Theorieunterricht erworbenes Wissen über Nahrungszubereitung in der Lehrküche (Hauswirtschaft) praktisch umsetzen.

Diejenigen Schüler/innen, die in der 8. Klasse nicht Französisch zusätzlich belegt haben, können gegebenenfalls in der 9. und 10. Jahrgangsstufe alternativ die Neigungsfächer Künstlerisches Gestalten oder Informatik wählen. Mit diesem zweistündigen Wahlpflichtbereich unterbreiten wir den Jugendlichen ein zusätzliches, praxisorientiertes Angebot und versuchen wir, dem informationstechnischen Anspruch unserer Zeit gerecht zu werden.

Um im Sinne Montessoris eine Öffnung der einzelnen Jahrgänge zueinander zu ermöglichen, haben wir je eine Klasse 5, 6, 7 und 8 nebeneinander in einem Flügel mit einem gemeinsamen Vorraum und Gruppenraum untergebracht. Das hat zudem den Vorteil, dass jede Klasse vier Jahre lang in einem Raum bleibt und ihn individuell gestalten kann.

Damit die Schüler/innen auf ihren wahrscheinlichen künftigen Bildungsgang besser vorbereiten werden können, werden sie - möglichst im Einvernehmen mit den Eltern - zu Beginn der Klasse 9 auf der Basis der sich bislang abzeichnenden Entwicklung zwei Leistungsprofilen zugewiesen: Während die Grundprofilklassen eher berufs-vorbereitend ausgerichtet sind und in der Regel zum Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bzw. nach Klasse 10 oder zur Fachoberschulreife führen, bereiten die Erweiterungsprofilklassen die Schüler/innen auf die gymnasiale Oberstufe (Fachhochschulreife und Abitur) vor. Gleichzeitig werden aus den bislang vier Parallelklassen in den Jahrgängen 9 und 10 fünf Klassen gebildet, drei E-Profil- und zwei G-Profilklassen oder zwei E-Profil- und drei G-Profilklassen.

Mit diesen Maßnahmen versuchen wir, den Schüler/innen je nach Leistungsfähigkeit besser gerecht zu werden, das Selbstbewusstsein der leistungsschwächeren Jugendlichen zu stärken, dem Hinweis Montessoris zu folgen, Schüler/innen, die ein Universitätsstudium anstreben, gegen Ende der Sekundarstufe gezielt zu unterrichten, und eine größere Stabilität der Lerngruppen zu erreichen. Trotz unterschiedlicher Schwerpunktsetzung können je nach Leistung grundsätzlich in beiden Profilen alle Abschlüsse der Klasse 10 erworben werden. Dazu wird die Durchlässigkeit zwischen beiden Profilen gewahrt, und im G-Profil ist für die Fächer Deutsch, Englisch Mathematik und Naturwissenschaften zudem je ein E-Kurs eingerichtet.

Wir sind davon überzeugt, dass die Förderwirkung unserer Schule nicht in erster Linie von ihrem Organisationssystem bestimmt wird, sondern vorrangig von den erzieherischen, fachlichen, sozialen und pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer-/innen sowie von sich gegenseitig ergänzenden heterogenen und homogenen Lerngruppen.

Weiterführung
  • Wir überlegen, wie die klassische freie Arbeit in der Jahrgangsstufe 8 so gestaltet werden kann, dass die Schüler/innen noch besser auf den Projekttag in Klasse 9 vorbereitet werden.
  • Wir geben der Zusammenarbeit der Fachschaften eine höhere Verbindlichkeit durch regelmäßige Konferenzen der Fachschaftsvorsitzenden.
  • Wir fühlen uns dem Erhalt einer möglichst hohen Durchlässigkeit zwischen den Schullaufbahnen unserer Schüler/innen besonders verpflichtet.
6. Die BMMG hat ein Verständnis eigener Art von Evaluation und Qualitätssicherung

"Schulreform ist Lehrerbildung" (Theodor Litt). In diesem Sinne bemühen wir uns um die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unserer Schule. Sie hängt in erster Linie und unmittelbar mit der Qualität unseres Unterrichts zusammen. Schulqualität und Unterricht sind allerdings keine objektiven Kategorien, sondern regulative Ideen von Bildung. Als Hilfsmittel dienen interne und externe Evaluationsmaßnahmen der Bestandsaufnahme einzelner Parameter von Schulqualität durch Messen und Beurteilen.

Die Qualität jeder Schule, insbesondere der BMMG, ist nur zum Teil messbar. Die erhobenen Messdaten können keine Handlungsziele begründen, doch sind sie bei Handlungsbegründungen zu beachten. Gleichwohl darf das Nichtmessbare nicht der Beliebigkeit anheimfallen. Maßnahmen zur Evaluation haben in pädagogischen Prozessen freilich nur Anregungs- oder Aufforderungscharakter; sie stehen nicht in eindeutigen Kausalbeziehungen zum Lernergebnis.

Wir verstehen Bildung als einen hochkomplexen Prozess, dessen Besonderheit gerade darin besteht, nicht nur von außen gesetzten Maßstäben zu genügen, sondern auch selbst Maßstäbe setzen zu können. Die pädagogische Beziehung und der Kern jeder Bildung, die Selbstbestimmung des Menschen in Freiheit und Verantwortung, entziehen sich der Fremdevaluation. Verfahren der Qualitätsanalyse müssen sich deshalb befragen lassen, ob sie das messen, was als Bildung an unserer Schule vorab festgelegt worden ist. Um Scheinobjektivität zu vermeiden, müssen sich solche Verfahren auch selbst evaluieren lassen und ihre eigene Qualität rechtfertigen.

Qualitätsanalysen der BMMG haben mit der Evaluation des Selbstverständnisses und der Ziele unserer Schule zu beginnen. Das erste Kriterium zur Qualitätsprüfung lautet daher, ob und wie wir der Frage nachgehen, was eine (1) katholische (2) Maria-Montessori- (3) Gesamtschule mit (4) gemeinsamem Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten ist. Erst unter dieser Voraussetzung können auch die Bedingungen und Umstände, Formen und Ergebnisse des unterrichtlichen Lernens sowie Schulleben und Schulkultur sinnvoll begutachtet werden.

Weiterführung
  • Wir stellen uns den staatlichen Ansprüchen der Qualitätsanalyse, die von außen an die Schulen in Nordrhein-Westfalen herangetragen werden.
  • Wir möchten ebenso an unseren eigenen Ansprüchen an eine gute Schule gemessen werden. Dazu müssen wir eigene Qualitätsziele und -standards formulieren.
  • Wir bemühen uns im vertrauensvollen Erfahrungsaustausch mit externen Partnern, vor allem mit anderen katholischen und reformpädagogisch orientierten Schulen, darum, die Qualität der BMMG durch Rückmeldungen aufzuzeigen und zu verbessern.
  • Wir nutzen die Standards des bundesweiten Verbunds reformpädagogisch engagierter Schulen "Blick über den Zaun" samt ihrer Beratungspraxis durch gegenseitige Hospitationen.
Vieles ist nötig, wenn gelingen soll, was wir uns vorgenommen haben. Wichtig aber vor allem sind die Menschen, die unsere Schule auf vielfältige Weise unterstützen und in ihr mitarbeiten. Von ihnen lebt die BMMG: von ihrer Solidarität und ihrer Einsatzbereitschaft, von ihren Talenten und Idealen, von ihrer Glaubensfreude und der Fähigkeit, andere an ihr teilhaben zu lassen.





Literatur

Adrian, Oliver, u.a., Die Kraft der Kräuter. Unsere Kräuterspirale - selbst gebaut und vielfältig genutzt (Kräfte der Natur und Umwelt, Bd.1), Aachen 1996.

Bastian, Roman, u.a., Hausbegrünung schafft Lebensqualität. Vom System-Denken zum System-Handeln (Kräfte der Natur und Umwelt, Bd. 3), Kleve 1996.

Breuers, Josef / Nothelle, Regina, Mit Tod und Sterben umgehen lernen, in: Pädagogik 1996, Heft 9, 18-23.

Burdich, Josef, Die Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule in Krefeld. Freiheit zur eigen-ständigen Entfaltung, in: Gesamtschulforum 1989, H. 1, 12-13.

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